Wenn jemand eine Reise tut…

Es sah wahrlich nicht aus wie die Besammlung einer Unihockeyjuniorenmannschaft, was sich letzten Samstagmorgen am Bahnhof Meilen abspielte. Wie die letzte Fasnacht lagen ein paar verschlafene Jungs in knallgelben Trainingsanzügen mit Strubelfrisuren oder Wollmützen auf der Bank vor dem Kiosk herum und nuckelten an ihrem Energy-Drink. Doch die Äuglein wollten einfach nicht grösser werden.
„Durchnummeriert, nummeriert!“, brüllte da irgendjemand und kurz darauf wurde die gesamte Truppe auf die Fahrzeuge verladen. Die Spielerzahl war auch schon mal grösser. Der Dank geht dabei an den lieben Unihockeyverband, welcher es immer wieder schafft, die Spiele direkt in den Sportferien zu platzieren. Merci Bern!
Ein paar aufmunternde Worte gabs dann noch für die bevorstehende Monsterreise nach Egg mitten im Pfannenstieler Hochgebirge. Auf Schneeketten wurde fälschlicherweise verzichtet.
Nach ewiger Kurvenfahrt durch die schneeweissen Hügellandschaften des Pfannenstiels und einigen hundert Metern Wagen-Anschiebens (So konnten sich die Spieler wenigstens aufwärmen) kam die Truppe endlich in Egg an und erreichte völlig ausser Atem die Halle. Kirchwies lautete der Name dieses heiligen Schauplatzes wöchentlicher Unihockeyschlachten. Das Pendant zur alten Allmend also, einfach etwas grösser und lässiger. (In Meilen wird das Geld noch für die wirklich wichtigen Dinge wie Fussball-Kunstrasen ausgegeben.)

Der erste Skandal wurde bereits vor Spielbeginn Tatsache! Denn auch die Gegner aus der Rosenstadt erschienen in gelben Tenüs, das Chaos war vorprogrammiert. Um 10:51 Uhr pfiff ein ziemlich übernächtigter Schiedsrichter die Partie dann doch noch an. Zwischen seinem Kopf und den dünnen Beinchen trug er ein knalliges rotes Shirt, also wenigstens er war von den Spielern zu unterscheiden. Gut so.
Es war wiedermal eine dieser Partien, die zwei Halbzeiten à zwanzig Minuten dauerte. Ganz nebenbei sei hier noch erwähnt, dass die Lions diese Partie äusserst unglücklich mit 7:8 verloren. Das Spiel dauerte einfach siebzehn Sekunden zu lang. Gratulation trotzdem an die Flames, die sich mit diesen zwei Punkten den Gruppensieg gesichert haben. Auf dass sie die Gruppe 20 am Regionalfinale würdig vertreten!
Viel lässiger als das erste Spiel gestaltete sich dann das Zweite. Das Derby gegen Stäfa war an Dramatik kaum zu überbieten, als hätte Hitchcock Regie geführt. Dass der Lions-Captain plötzlich blondes Haar trug, brachte glücklicherweise nur Stäfa aus dem Konzept. Siegen können die Stäfner zwar, aber tun das wohl lieber gegen ein anderes Team. Recht so! Und übrigens, wenigstens dieses Spiel entschieden die Lions mit einem glasklaren 7:6 für sich. Cool!

Dank dem Torverhältnis sind die Lions noch immer auf dem dritten Rang platziert! Der Autor dieses Textes wäre trotzdem froh, wenn die Welt noch nicht unterginge, denn da wäre nämlich noch die letzte Runde in Meilen: Samstag, 20. März, Alte Allmend, 14.30 und 16.20 Uhr, alles klar? Die Lions freuen sich über jegliche Unterstützung!

Junioren C: Die üblichen Verdächtigen minus zwei Uetiker.

Bericht von Fabian Hartmann

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