Die
Weichen sind gestellt (oder Nesipeh schlägt zurück!)
Mit hohem Tempo
raste der Lions-Express Richtung Osten. Vom Dampfer auf den Schienenverkehr
verladen, lässt es sich eben viel besser und sicherer spielen.
Die Devise für Runde 7 lautete klar: „Defense first!“.
Das Erste einmal vorneweg, als Lehrer würde ich dem Team in dieser
Sparte (Defensivspiel) maximal eine 4.5 erteilen. Aber lasst uns die
Geschichten doch ganz von vorne erzählen…
Während die Lions-Spieler wacker Holz nachschaufelten, versuchte
Zugführer Cuba den Goldküstenexpress sicher nach Eschenbach
zu steuern. Man fuhr den See hinauf, durchquerte das Rosenstädtchen
Rapperswil-Jona und brauste weiter übers schneeweise Land bei
sibirischer Kälte. „Eschenbach, da klingelt doch was!“,
dachte sich die Lions-Family um Sampsa und co, die im Speisewagen
„brunchten“. Man diskutierte über vergangene Saisons,
wo es immer wieder Eschenbach war, dass einem auf zum Teile brutale
Weise im Wege stand. Auch die Halle, der so genannte Dorftreff weckte
gemischte Erinnerungen in den Spielern und auch im Trainer. Einzig
Nesipeh hat keine Ahnung wovon die Rede war. Sampsa amüsierte
das. Er strich sich immer wieder durch den Bart und war nervös
wie ein Teenager vor seinem ersten Date. Der Pfannenstiel-Hüter
war sich sehr sicher, dass mit ihr als Fan alles gut kommen würde.
Liebevoll klopfte er Nesipeh auf die Schultern.
„Nesipeh schlägt zurück!“, er zwinkerte ihr
zu. Und wie….
Gegen die Mittagszeit erreichte der Lions-Express schliesslich das
ländliche Eschenbach. Die Anlage um den Dorftreff ist vergleichbar
mit der Allmend in Meilen. Riesige Flächen zum Fussballspielen
und zwischendrin noch eine oder zwei etwas zu klein geratenen Hallen.
Doch das mit der Halle nimmt man in Eschenbach nicht so genau! Dort
wo „Dorf“ sich trifft, wird nebst Unihockey manchmal auch
musiziert oder debattiert. Kurz, der Dorftreff ähnelt mehr einer
Aula als einer Unihockeyhalle! Solche Wörter wie „Sturzraum“
oder „Gallerie“ sind in diesem Gebäude strengstens
verboten!
Im ersten Spiel des Tages trafen die Mannen um Headcoach cuba gleich
auf einen ganz harten Brocken. Nämlich Veranstalter und Tabellenzweiter
Eschenbach. Dass der Headcoach aber in seiner Tasche noch drei übrig
gebliebene Riegel der Marke „Kinder Schokolade“ gefunden
hatte und Al Meili noch rechtzeitig aus der Garderobe auf die Bank
holte, konnten als gute Vorzeichen gedeutet werden!
Der Spitzenkampf begann hervorragend für Meilen: Die Lions zelebrierten
ein tolles Unihockey-Orchester. Die erste Geige dabei spielte Captain
Sandro Kyburz, der in der ersten Halbzeit mit vier Toren das Heimteam
in den Schatten stellte. Nebst Sandro komponierte aber auch der zweite
Block um Nicolas Neubauer, Tilo Taslimi und Döme Gut zauberhafte
Melodien. Mit zeitweise sehr schnellen Pass-Stafetten gingen sie den
aggressiven St. Gallern gut aus dem Weg und brachten die Gegner sogar
zu einem sehr frühen Timeout in der 14. Minute. Zwischenstand:
7:2. Defensiv arbeiteten die Löwen aber nicht immer so präzise,
wie dies im Angriff geschah. Dirigent Hartmann musste immer wiedermal
etwas korrigieren. So kamen die Eschenbacher bis zur Pause wieder
leicht auf 8:4 heran. Das Heimteam konnte sich vor allem in den vielen
Zweikämpfen durchsetzen, leider oft mit unfairen Mitteln, die
der Schiedsrichter nicht immer ahndete. In der zweiten Hälfte
blieb das Spiel äusserst spannend, doch fast torlos. Eschenbach
erzielte ihren fünften Treffer und erhöhte nun den Druck
vehement. In der 29. Minute wurde ein Eschenbacher auf die Strafbank
verbannt, doch das Powerplay bestehend aus Jari Hofer, Nicolas Neubauer
und Sandro Kyburz konnte daraus keinen Nutzen ziehen. Schliesslich
war es Tilo Taslimi, der in der 33. Minute viel Platz zum Schiessen
erhielt und den alten Vorsprung wieder herstellte. Vier Minuten vor
Schluss jedoch wurde aufgrund eines Schutzraumvergehens aus Seiten
Eschenbach ein Penalty für die Löwen fällig. Der Strafstoss
wurde zwar nicht verwertet, doch gleich darauf im Powerplay zappelte
die weisse Kugel im Netz von Eschenbach! Endresultat 10:5 und Kuchen
von Sandro.
„Eschenbach zu Hause klar besiegt!“, Sampsa lächelte
und dachte sich wohl: „Nesipeh schlägt zurück! Hani
rächt oder hani rächt?“. Meilens Junioren hatten sich
im Namen des Vereins für so manche vergangenen Niederlagen revanchiert!
Im zweiten Spiel stand ein weiteres Schwergewicht auf dem Programm.
Die Zürich Oberland Pumas traten einmal mehr mit den zwei U16-Verstärkungsspielern
an, um die Tabelle zu „verfälschen“. Das Duell der
Raubtiere begann leider mit mehr Vorteilen für die Pumas. In
der dritten Minute schlug es zum ersten Mal hinter Luca Scheu ein.
Kurz danach wurde eine Strafe gegen die Oberländer wegen unkorrekten
Abstands ausgesprochen. Die Chance zum Ausgleich für das Powerplayteam!
Doch leider kam es ganz anders. Flink und geschickt tänzelte
sich einer der U16-Spieler durch Meilens Abwehrreihen und schob gleich
noch zum 0:2 ein. Kurzer Schock für die Lions, nun musste dem
temporären Winterschlaf unbedingt ein Ende gesetzt werden. „Ufwache,
Meile!“, bekam man auch von den Zuschauern zu hören. Wie
es sich für einen Captain gehört, sorgte Sandro Kyburz im
Doppelpack für Resultatkorrektur innerhalb der nächsten
Minuten.
Kurz vor Abschnittsmitte ging der Arm des Schiedsrichters schon wieder
nach oben. „Stockschlag von hinten“, lautete das Verdikt
gegen einen Puma-Akteur. Also wieder Powerplay für die Lions.
Dieses Mal jedoch fiel der Treffer in das richtige Tor. Nicolas Neubauer
platzierte das Geschoss zentimetergenau im Kasten der Zürcher
Oberländer. So wollen wir das! Nun fing das Lions-Orchester wieder
an richtig schöne Melodien zu zaubern. Auf dem Unihockeyfeld
sah dies wie folgt aus: Block zwei am Start, Tilo Taslimi passt zu
Nicolas Neubauer, dieser setzt sich gegen einen Gegner durch und spielt
den Ball quer auf Dominik Gut, wobei dieser nur noch einzunetzen braucht.
So schön kann Unihockey sein! Auf den vierten Treffer folgten
noch eine der berüchtigten Sandro-Jari Produktionen und ein Knaller
von Tilo Taslimi direkt unter die Querstange. Defensiv wirkte man
aber immer noch nicht ganz sattelfest und kassierte dadurch noch Gegentor
Nummer drei vor dem Pausenpfiff.
Die Pumas spielten nach dem Seitenwechsel weiter aggressiv und etwas
unsauber mit Armen und Ellbogen arbeitend. Die Lions versuchten den
Zweikämpfen aus dem Weg zu gehen und ihr Spiel aufzuziehen. Da
sich die Gegner immer mehr auf die Schiedsrichterleistung als aufs
Spiel konzentrierten, blieb mehr Platz für Löwenjubel. Meilen
nun mit drei Linien agierend, erhöhte durch das Hofer-Kyburz-Duo
in der 27. Minute auf 7:3. Keine vierzig Sekunden später zappelte
der Ball schon wieder im Netz. Nicolas Neubauer hatte sich durch getankt
und eingeschossen. Nochmals vierzig Minuten später stand es dann
bereits 9:3 für die Lions. Dominik Gut wurde von Nicolas Neubauer
herrlich freigespielt und traf haargenau. Das Kuchentor übernahm
dabei schon wieder Captain Sandro Kyburz. Meilen ruhte sich nun etwas
zu fest aus und wurde sogleich bestraft. Die Pumas erzielten die zwei
nächsten Tore und kamen wieder leicht heran. Das war der Moment,
als es Tobias Wohlgemuth zu bunt wurde, er erzielte kurz darauf in
der 38. Minute den elften Lions-Treffer. Zu diesem Zeitpunkt nahm
Coach Hartmann sein Timeout und dirigierte vier Feldspieler aufs Feld.
Zu Beginn weg etwas harzig, danach rollte der Ball wieder äusserst
schnell über den Platz. Nicolas Neubauer schloss direkt ab und
bejubelte den zwölften Treffer. Leider liess man wiederum einem
Pumaspieler zu viel Platz und kassierte ein weiteres Tor, dass dann
aber sogleich vom improvisierten „Verschnuf-Block“ bestehend
aus Basil Nüesch, Tilo Taslimi und Dominik Gut wieder ausgeglichen
wurde! Endresultat also 13:6.
Der Lions-Express rollt nun wieder zurück an die Goldküste
und besitzt nun die Chance in zwei Wochen an der Heimrunde des 19.
Februars den Gruppensieg vorzeitig klar zu machen! Gewinnen die Lions
beide Heimspiele gegen die aufsässig spielenden Teams aus dem
Tösstal und Bassersdorf ist die Finalrundenteilnahme Tatasche!
Die Spiele finden um 15:25 Uhr und 17:15 Uhr. Lions-Mitglieder sollten
sich dies auf keinen Fall entgehen lassen!
Meilen: Loris Peduzzi, Luca Scheu; Sandro Kyburz, Jari Hofer, Basil
Nüesch; Tilo Taslimi, Nicolas Neubauer, Dominik Gut; Thierry
Lederer, Tobias Wohlgemuth, Nico Ruckstuhl
Bemerkungen: Meilen ohne Jan Hersche (Ferien), Ricardo Fernandes (Überzähliger
Goalie); Powerplay-Statistik 2/4
Bericht von Fabian
Hartmann |