Erstens kommt es anders und zweitens als man denktAls Tabellenführer reiste der UHC Lions Meilen mit dem Bus nach Mendrisio zum fulminant in die Saison gestarteten Aufsteiger Mendrisiotto-Ligornetto. Bereits vor dem Spiel war klar, dass kein Trainer anwesend sein konnte. Marco Würsch war in Erwartung seines Nachwuchses und Thomas Krauer weilte im Ausland. Dreizehn Feldspieler hatten sich für das Abenteuer Tessin angemeldet. Doch noch vor der Abfahrt erklärten zwei Spieler Forfait, so dass man stark dezimiert anreisen würde. Zu allem Übel verletzte sich Beni Mäder beim Einschiessen. Glücklicherweise war mit Claudio Menghini, der aufgrund der RS seit dem Sommer nicht mehr trainierte, ein Spieler in „Zivil“ dabei, der nun in die Hosen musste. In ungewohnter Aufstellung doch nicht minder motiviert, startete die Squadra Lions Meilen in die Partie. Kaum hatte sich der letzte der zahlreichen Zuschauer eingefunden, jubelten die Zürcher bereits. Thomas Stüssi reagierte blitzschnell als die Kugel im Slot offen da lag. Ein Schock für die Aufsteiger? Keineswegs. Nur wenige Sekunden später hiess es 1:1. Die Hintermannschaft der Lions verlor die Übersicht und so war man wieder gleich weit wie zu Beginn. Nun legte sich die erste Hektik und das Spiel verlief in geordneten Bahnen. Bis erneut Thomas Stüssi volley drauf hielt und den tessiner Schlussmann zum zweiten Mal bezwang. 2:1. Mendrisiotto zeigte viel Einsatz und war stets in Bewegung. Zu recht musste Laurenz Bay auf die Strafbank, dabei hatte Meilen noch Glück, dass der Schiedsrichter dem Heimteam den Vorteil Abpfiff oder gar einen Strafstoss zu gestand. Es sollte jedoch eines der letzten Male sein, dass die Männer mit Pfeife die Gäste begünstigten. Da kurz darauf auch noch Ivan Hofer auf die Strafbank musste, kämpften die Lions zu Dritt gegen Sportiva Unihockey Mendrisiotto, kurz SUM. Der Einsatz der dezimierten Lions war grossartig und im Tor war mit U 21 Keeper Andi Baumann ein überragender Schlussmann. 1:2 aus Sicht der Tessiner nach zwanzig Minuten. Wie so oft bekundete Meilen im Mitteldrittel grosse Mühe ins Spiel zu kommen. Die Auslösung klappte von wenig bis gar nie und so mühte man sich in unnötigen Zweikämpfen. SUM nutzte die Schwächephase der Zürcher und hatten deutlich mehr Spielanteile. Daraus resultierten nicht wenige Abschlüsse der Tessiner, doch erneut eine starke und kompakte Verteidigungsarbeit sowie Hexer Andi Baumann liessen die Südtessiner verzweifeln. Erst die ausländische Verstärkung Lundmark bezwang die Hintermannschaft zum 2:2. Nicht das erste Mal in dieser Saison reagierte Meilen daraufhin stark. Ganze 17 Sekunden später vernaschte Thomas Stüssi den SUM-Torhüter zum dritten Mal und stellte die 1-Tore-Führung wieder her, welche bis zum Ende der zweiten Drittelspause halten sollte. Noch war alles offen, doch reichten die Kräfte der meilemer Rumpftruppe für das letzte Drittel und schafften es die Lions weiterhin die Nerven zu behalten trotz der teilweise haarsträubenden Regelauslegung der tessiner Schiedsrichter zu Gunsten des Heimteams? Philipp Krauer auf Pass des heutigen Überfliegers Thomas Stüssi setzte im Schlussdrittel mit dem 2:4 ein erstes Ausrufezeichen. Diesmal waren es jedoch die Tessiner, welche nur 10 Sekunden später den alten Abstand wieder herstellten. Erneut war es Lundmark. Wie befürchtet wurde die Gangart nun etwas härter. Mendrisiotto war jedes Mittel recht das Spiel doch noch zu kippen. Doch hätten Sie wissen sollen, dass man Ivan Hofer nicht zu sehr reizen sollte. Als ihm die Sache zu bunt wurde, schnappte er sich den Ball, würgte sich an zwei Gegenspieler der Bande entlang vorbei und schlenzte zum erlösenden 3:5 in die Maschen und beantwortete die oben gestellten Fragen beide mit Ja. Meilen
entführt die 3 Punkte in einem tollen Match aus dem Tessin und
bewies erneut Moral trotz den widrigen Umständen. SUM sei gedankt
für die Gastfreundschaft, insbesondere den Penne, nach dem Spiel.
Grazie! Lions
Meilen: Baumann; Hartmann, Lippuner; Hofer, Bay; Krauer,
Pfenninger, Stüssi; Schenk, Bucher, Hauser; Menghini Bericht von Simon Lippuner |