Die lange Geschichte über das kurze Ende

Nachdem vor zwei Wochen Swiss Unihockey nicht in der Lage war zwei Schiedsrichter nach Tenero zu beordern, musste beide Teams nochmals antraben. Trotz grossen Bemühungen bestand Swiss Unihockey darauf das Spiel noch vor Saisonende nachzuholen. Einzig möglicher Termin war der Freitagabend um 20.45 Uhr. Begründung hierfür war, dass ein Nachholspiel nach der Saison meisterschaftsverzerrend sei. Das ganze musste in den Ohren der Meilemer wie ein Hohn klingen, als man nach dem Arbeitstag noch über 2,5 Stunden im Auto sass und erst 45 Minuten vor Spielbeginn komplett war. Eine normale Vorbereitung war nicht möglich. Zudem kam hinzu, dass Gastgeber Gordola nicht in der Lage war dem Gästeteam eine Garderobe zu Verfügung zu stellen. Nachdem man sich im Gang umgezogen und eingeschworen hatte, war die letzte Sorge dem Schiedsrichter eine Hose zu besorgen, welche er offensichtlich zu Hause vergas.

Trotz allen Umständen waren die Lions bis in die Haarspitzen motiviert. Doch der Start war alles andere als prächtig. Das Heimteam nutzt gekonnt den Heimvorteil des rutschigen Parketts aus und liessen die Gäste das einte oder andere Mal alt aussehen. Zumal die Löwen aus Meilen sichtlich noch die Fahrt in den Beinen hatte. Gordola nutzte dies aus und ging durch einen Freistoss in Führung. Bis zum Ende des Drittels konnte Meilen nicht reagieren und das Spiel plätscherte vor sich hin.

Das Heimteam war auch nach der ersten Pause agiler und spritziger. So entwischte ein Stürmer und konnte alleine vor Torhüter Andi Baumann die Kugel in die Maschen donnern. Das 2:0 war noch kein Beinbruch, doch noch war nicht ersichtlich mit welchen Mitteln die Lions ins Spiel zurück finden sollten. Ein holpernder Ball traf Thomas Stüssi wie aus dem nichts optimal zum 2:1. Doch die Freude war nur von kurzer Dauer. Erneut schlief die Meilemer Hintermannschaft einen Moment und der vergessen gegangene Stürmer schob zum 3:1 ein. Daraufhin ging es den Gästen aus Meilen etwas besser. Wie schon im Hinspiel wurde nach der Führung Gordola passiver und ängstlicher, was Meilen zu Gute kam. Ummünzen in Tore konnte man es leider nicht.

Mit einem Freistosstor eröffnete Thomas Stüssi das letzte Drittel. Ein erstes Zeichen war gesetzt. Gordola liess sich jedoch nicht beeindrucken und spielte weiterhin nicht wie ein Absteiger und nutzte die Chancen rigoros. Bedenklicherweise kassierte Meilen erneute nach einem Freistoss ein Gegentor. Die Lions hofften weiterhin und warfen die letzten Kräfte in die Waagschale. Andi Schwarz war es der den gegnerischen Torhüter zum 4:3 bezwang. Meilen hätte zumindest ein Unentschieden gereicht, um gute Karten für den Gruppensieg zu behalten. Die ansonsten souveränen Schiedsrichter leisteten sich nur einen Fehler und dieser war für Meilen verheerend. Nachdem Thomas Stüssi den Eckball ausführte, wurde er nochmals zurückgepfiffen, da der Ball nicht gesetzt worden sei. Die zweite schnelle Ausführung geschah nachdem der Ball mit dem Fuss blockiert worden war. Von dort aus gelang der Ball zu This Meier und dieser traf das Tor. Fälschlicherweise gab der Schiedsrichter das Tor nicht und behauptete er hätte den Eckball mittels Pfiff freigeben müssen. Nur wenig später war das Abenteuer Tenero beendet und Meilen geschlagen.

Verbano Gordola – UHC Lions Meilen 4:3

Lions Meilen: Baumann; Hartmann, Lippuner; Hofer, Bay; Schwarz, Meier, Stüssi; Schenk, Hauser, Horat; Frison, Würsch, Trinca, Pfenninger

Tore für Meilen: 2x Stüssi, Schwarz

Bericht von Simon Lippuner

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